Privates und berufliches Happy Énd als Bautechniker

Florian Zeilmann hat in der „Fachschule für Bautechnik“ im  Berufsförderungswerk (BFW) München in Kirchseeon nicht nur eine neue berufliche Zukunft, sondern auch seine große Liebe gefunden: Im Juni läuteten die Hochzeitsglocken und der Bautechniker heiratete seine ­Kurskollegin Monika. Im Februar 2018 schlossen er und seine Frau die erfolgreich die Umschulung zum staatlich geprüften Bautechniker ab.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich es zum Fachabitur schaffe und sogar studiere“, sagt Florian Zeilmann. Zur Fachabiturprüfung durfte er antreten, weil er während der Ausbildung zum Bautechniker im BFW am „Wahlpflichtfach ­Mathematik II“ teilgenommen hatte. „Der Weg zur Fachhochschulreife war richtig knackig“, erzählt er. Aber dadurch eröffnete sich die Chance auf ein Studium. An der Fachhochschule Rosenheim schrieb sich Zeilmann nach erfolgreich bestandener Aufnahmeprüfung für den Bachelorstudiengang „Architektur“ ein. Doch das Studium entsprach nicht seinen Vorstellungen. Er brach es ab und übernahm im Februar 2019 die Leitung einer Zimmerei in Frasdorf. Dort ist Florian Zeilmann jetzt für 12 Mitarbeiter zuständig. Eine große Herausforderung, die er sich aber zugetraut habe: „Es funktioniert gut, hier hilft jeder jedem“, so Zeilmann.

Gesundheitlich fühlt sich Zeilmann „wieder topfit“ und kann inzwischen schmerzfrei leben. 2015 war das anders: „Ich habe vom Knien nicht mehr aufstehen können“, erinnert er sich. Ihm wurde eine Teilruptur der Patellasehne diagnostiziert, die auf Verschleißerscheinungen zurückzuführen ist. Operation und Medizinische Reha folgten. „Als anschließend feststand, dass ich nicht mehr in meinem Beruf als Zimmerer arbeiten darf, ist eine kleine Welt für mich zusammengebrochen. Ich wollte doch schon als kleiner Junge nichts anderes als Zimmerer werden.“

Die Agentur für Arbeit genehmigte ihm die berufliche Reha. „Für mich war klar, dass ich auf dem Bau bleibe“, sagt ­Zeilmann. Er legte deshalb die Eignungsprüfung für die Ausbildung zum Bautechniker ab und erlangte dabei 10 von 10 möglichen Punkten. Im Oktober 2015 startete er mit dem Reha-Vorbereitungslehrgang (RVL) die Umschulung im BFW München als Jüngster im Kurs mit nur 22 Jahren. Anfangs sei es „ungewohnt“ gewesen, im Internat untergebracht zu sein, doch er fühlte sich schnell sehr wohl im BFW. Florian Zeilmanns Karriere nahm dank der beruflichen Rehabilitation äußerst erfolgreich Fahrt auf: „Rückblickend haben sich die zwei Jahre in Kirchseeon zweifelsohne gelohnt“, sagt er.

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