Im Fraunhofer-Institut

Im Fraunhofer-Institut

Am 31. Juli 2019 gingen die angehenden Bautechniker der Kurse BT 25 und BT 26 auf eine Exkursion zur Vertiefung der Unterrichtsfächer Baukonstruktion und Stahlbetonbau. Unsere erste Station war das Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Valley. Hier bekamen wir einen kurzen Einblick in die 90-jährige Firmengeschichte. Danach wurden uns verschiedene aktuelle Forschungsgebiete des Fraunhofer-Instituts vorgeführt. Besonders interessant waren die Versuche im Baustofflabor in Bezug auf Betontechnologie und die elektrodynamische Fragmentierung, welche gerade in Hinblick auf das Thema „Recycling“ zukünftig eine wichtige Rolle spielen wird.

Insgesamt war es nur ein kleiner, aber dennoch sehr interessanter Einblick in die vielschichtige Arbeit des Fraunhofer-Instituts.

Am Nachmittag besichtigten wir das Fertigteilwerk der Firma Dipl.-Ing. Emil  Hönninger GmbH & Co. Bauunternehmung KG in Eglharting. Das Werk des mittelständischen Unternehmens ist auf die Produktion aller konstruktiven Betonfertigteile, Fassadenelemente sowie Spannbetonbauteile spezialisiert. Hier wurden wir im Büro empfangen und bekamen dort Einblicke in die umfangreiche Planung und Logistik, die erforderlich ist, um die Fertigteile zu produzieren und termingerecht zu den Baustellen zu bringen. Die Firma nutzt schon seit 8 Jahren 3D-CAD und zeigte uns dabei auch die heutigen Grenzen der Digitalisierung auf. Diese bestehen z.B. bei  Lösungen zur Vernetzung oder bei der Verknüpfung verschiedener Programme.

Fachliche Einblicke in der Emil Hönninger GmbH

Abschließend besichtigten wir die 13.000 m² große Produktionshalle und die vollautomatisch gesteuerte Betonmischanlage, die mit Hilfe einer Kübelbahn den Beton an die Einsatzorte in der Produktionshalle bringt. Besonders interessant war auch die Herstellung von Spannbetonträgern, die hier mit einer Länge von bis zu 40m produziert werden können.

Am späten Nachmittag endete unsere Exkursion. Wir bedanken uns herzlich beim Fraunhofer-Institut für Bauphysik und bei der Firma Dipl.-Ing. Emil Hönninger GmbH & Co. Bauunternehmung KG für die vielen neuen Eindrücke und Erkenntnisse, die wir von diesem Tag mitnehmen durften.

Am 14. Februar 2019 wurden in der Aula des Berufsförderungswerks (BFW) München die Abschlusszeugnisse sowie die Technikerurkunden für den Bautechnikerkurs BT 24 überreicht. Eingeladen zu dieser festlichen Veranstaltung waren neben den Kursteilnehmern, den Ausbildern, der Ausbildungsleitung und der Geschäftsführung auch die Angehörigen der Absolventen sowie die Teilnehmer der nachfolgenden Bautechnikerkurse.

Der Schulleiter, Herr Torno, hielt eine kurze Ansprache und lobte den Kurs unter anderem für die hervorragenden Leistungen und den außerordentlichen Teamgeist. Anschließend wurden den Teilnehmern des BT 24 die Abschlusszeugnisse und Technikerurkunden durch die beiden Kursleiter, Herrn Hartung und Herrn Watzlowik überreicht. Mit der Aushändigung der Technikerurkunden dürfen die Absolventen die Bezeichnung „staatlich geprüfter Bautechniker“ tragen.

Der Geschäftsführer des BFW München, Herr Renaltner, überreichte Herrn Kreuzpaintner als Kursbestem eine Urkunde und den Bestpreis als Anerkennung für die sehr guten Leistungen. Zudem erhielten die drei besten  Kursteilnehmer den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung.

Im Anschluss an den formalen Teil der Veranstaltung bot sich die Gelegenheit, bei Büffet und Getränken in kleinen Gesprächsrunden die zweijährige Ausbildungszeit an der Fachschule für Bautechnik Revue passieren zu lassen und  den Abschluss ein wenig zu feiern. Zudem konnten die ausgestellten Projektarbeiten des BT 24 besichtigt werden.

Vor dem Bergpanorama des Zugspitzlandes und in nächster Nähe der Olympia-Skisprungschanze von Garmisch-Partenkirchen hat das Ingenieurbüro „Frühholz und Wörmann“ seinen Firmensitz. Josef Wakolbinger (35) ist dort seit März 2017 als Bautechniker tätig. „Im Sommer gibt es nach der täglichen Hitze abends immer wieder Wärmegewitter. Das spüre ich gesundheitlich sofort. Es zieht vom Rücken bis ins Bein“, erzählt er. Anfang 2014 hatte Wakolbinger einen Bandscheiben-Vorfall erlitten. Seitdem reagiert sein Ischiasnerv sensibel auf Wetterumschwünge.

Wakolbinger erstellt derzeit u. a. einen Bewehrungsplan für eine Tiefgarage. „Jedes Projekt ist ein Unikat“, schwärmt er von seinem Beruf. „Und damit beginnt die Konstruktionsarbeit jedes Mal aufs Neue.“  Für den Bau eines umweltfreundlichen Schachtkraftwerks in der Loisach bei Großweil entwickelt er Schalpläne und berichtet stolz: „Das ist ein herausragendes Projekt für mich. Gerade jetzt, wo die Energiewende in aller Munde ist.“ Wakolbinger hat große Freude an seiner Arbeit in der Tragwerksplanung: Brandschutzpläne, Energetische Nachweise und Bewehrungsabnahmen gehören zu seinen stetig wachsenden Aufgaben. Bis heute lerne er jeden Tag Neues dazu. „Inzwischen weiß ich, wie viel Knowhow im Beton steckt. Und dabei war Beton ursprünglich nur graue Suppe für mich als gelernter Schreiner“, sagt er.

Nach einer Operation an der verletzten Bandscheibe und der anschließenden medizinischen Reha war klar, dass er den körperlichen Anforderungen seines Schreinerberufs nicht mehr gewachsen und eine Umschulung nötig war. Die Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd schickte Wakolbinger zur zweiwöchigen Berufsfindung und Arbeitserprobung (BF/AP) in die Münchener Geschäftsstelle des Berufsförderungswerks München. Seine Eignungen und Neigungen sprachen für die Weiterbildung zum Bautechniker „Als ich allerdings während der BF/AP zum Info-Tag nach Kirchseeon sollte, verstand ich den Sinn des Besuchs dort nicht“, erinnert er sich. „Es stand für mich überhaupt nicht zur Debatte, dass ich von zuhause weggehen würde.“ Doch man habe ihm die medizinische Betreuung und den Reha-Sport im BFW in Kirchseeon wärmstens empfohlen, um seine gesundheitliche Rehabilitation weiter voranzubringen.

Schweren Herzens begann er im September 2014 mit dem Reha-Vorbereitungslehrgang die Ausbildung zum Bautechniker. „Es war wirklich hart für mich. Ich hatte anfangs nur den Wunsch, dass es schnell vorbeigeht“, sagt der Vater eines zu Umschulungsbeginn erst zwei Jahre alten Sohnes. Täglich habe er mit seiner Familie geskypt, aber auch oft bis spät abends gelernt. Denn er „hatte den Ehrgeiz, von Anfang an, am Ball zu bleiben“. Erstaunt war er, als er in sich bisher vermeintlich verborgene mathematische Fähigkeiten entdeckte. Stolz ist er, dass er durch die Teilnahme am „Wahlpflichtfach Mathematik II“ auch die Fachhochschulreife erlangt hat. „Die Ausbildung war sehr gut aufgebaut. So fühlte ich mich auf die Abschlussprüfungen bestens vorbereitet und konnte sie recht entspannt angehen“, erinnert sich der Kursbeste der BT 22. Sport habe er als Ausgleich zur Ausbildung gesehen und die medizinischen Reha-Möglichkeiten des BFW eisern genutzt.

Das dreiwöchige Praktikum wollte er in einem Ingenieurbüro für Tragwerksplanung absolvieren. „Und das natürlich hier im Loisachtal“, sagt der heimatverbundene Eschenloher. Denn in einem solchen Unternehmen wollte er auch gerne nach der Weiterbildung zum Bautechniker arbeiten. Bei „Frühholz und Wörmann“ hatte er sich initiativ beworben. „Ich durfte in alle Bereich reinschnuppern: ich habe z. B. Positions- und Bewehrungspläne erstellt und durfte mit auf die Baustelle.“ Durch das Praktikum habe er sich in seinem Vorhaben bestätigt gefühlt und sicherte sich die Festanstellung im direkten Anschluss an die zweijährige Weiterbildung.

 „Im Endeffekt hat alles eine absolut positive Entwicklung genommen“, sagt Wakolbinger rückblickend. „Gesundheitlich wie beruflich haben mich die zwei Jahre in Kirchseeon enorm weitergebracht. Ehrlicherweise muss ich auch gestehen, dass die Wetterfühligkeit in Kirchseeon weniger ausgeprägt war als hier zuhause.“ Dennoch ist er heilfroh und glücklich, zurück bei seiner Familie und in der Heimat zu sein.

Font Resize
contrast